Autoverbot

Autos – gefährlich und todbringend! Wann werden sie endlich verboten?

Liebe Leserinnen und Leser!

Gewisse redliche Aktionen kann ich nur im Schutze der Dunkelheit ausführen. Vor einigen Tagen war es wieder einmal soweit, ich verließ das Alten- und Pflegeheim zu später Stunde.

Es sind ja Ferien, und die meisten meiner Mitbewohner sind bei Verwandten zu Besuch. Auch die Mehrheit der Pflegekräfte befindet sich im Urlaub. Ich konnte mich also unbemerkt in die Heimküche schleichen, wo ich ein großes Messer an mich nahm. Ich versteckte es unter meinem Jackett, trat ins Freie und erreichte die nahe Straße, wo die unnützen Autos parken.

Diese Dinger sind gefährlich, da sie Abgase erzeugen, die der Umwelt und uns Menschen nicht guttun. Außerdem werden Mensch und Tier oft von Autos verletzt. Aus diesem Grund holte ich das Messer hervor und zerstach geschwind mehrere Reifen. Ich nahm das laute Zischen zufrieden zur Kenntnis: Diese Fahrzeuge würden für lange Zeit kein Unheil mehr anrichten!

Kaum war ich mit meiner löblichen Aktion fertig, kam auch schon ein Polizeiauto näher. Ich bückte mich und ließ das Messer in einem Abwassergully verschwinden. Der Beamte, der kurz darauf aus seinem Streifenwagen stieg, war für mich kein Unbekannter.  Es handelte sich um Wachtmeister Eckenhöfer; er war offensichtlich allein unterwegs und schien völlig arglos zu sein.

„Na, Herr Kaplan, zu so später Stunde noch auf den Beinen?“, fragte er in väterlichem Ton. „Sie waren ja schon lange nicht mehr bei uns auf der Wache. Haben Sie sich etwa gebessert?“

Ich erwiderte listig: „Zugegeben, ich habe in der Vergangenheit viele Fehler gemacht, aber damit ist es längst vorbei.“ Dies meinte ich natürlich nicht ernst, sondern sagte es nur, damit er sich nicht wieder bei der Heimleitung über mich beschwert. Sie – meine liebe Leserinnen und Leser – müssen nämlich wissen, dass jene Menschen, die mich für verrückt halten, es gerne hören, wenn ich beteure, „alles eingesehen“ zu haben. Dann habe ich nämlich meine Ruhe.

„Das freut mich für Sie, Herr Kaplan. Ja, wirklich!“ Wachtmeister Eckenhöfer stieg wieder in seinen Wagen und rief durch das offene Seitenfenster: „Einen schönen Abend noch!“ – „Ja, ich werde den Abend genießen“, erwiderte ich lächelnd. Erleichtert darüber, dass er mich bei meiner löblichen Aktion nicht gesehen hatte, ging ich ins Heim zurück und legte mich ins Bett.

Ich hatte den Wecker auf fünf Uhr morgens gestellt. Als er klingelte, sprang ich putzmunter aus den Federn, unterzog mich einer „Katzenwäsche“ und rannte dann so schnell ich nur konnte ins Freie. Bald erreichte ich die nahe Straße, wo ich mich in einem dunklen Hauseingang versteckte.

Es dauerte noch ungefähr 30 Minuten, bis der erste Autobesitzer aufkreuzte. Als er die zerstochenen Reifen an seinem Wagen sah, guckte er „ganz schön dumm aus der Wäsche“. Er fing an zu schimpfen und blickte sich dabei suchend um. Ich jedoch stand sicher in meinem Hauseingang, freute mich, sprang in die Luft und flüsterte „Heureka!“.

Zufrieden ging ich ins Alten- und Pflegeheim zurück und döste dort noch eine Weile.  Nachmittags tauchte jedoch Wachtmeister Eckenhöfer auf. Er wartete unten in der großen Halle auf mich: „Herr Kaplan, ganz in der Nähe wurden die Reifen mehrerer Autos zerstochen“, sagte er mit ernster Miene. „Wissen Sie etwas über die Sache?“

Ich zuckte mit den Schultern und verneinte. Eckenhöfer ließ nicht locker: „Auffällig ist, dass die Reifen der Autos genau in dem Bereich zerstochen wurden,  in dem ich Sie gestern angetroffen hatte.“ Er sah mich forschend an.

Um eine Erklärung war ich nicht verlegen: „Gleich als Sie wieder fort waren, Herr Wachtmeister, tauchten ein paar Jugendliche auf. Die waren alle betrunken und grölten herum. Vielleicht waren die das! Sie wissen ja, wie Jugendliche so sind.“ Er schien mir nicht zu glauben, sagte aber trotzdem: „Nun gut, ich werde mal die anderen Nachbarn befragen.“

Wie Sie sehen, liebe Leser und Leserinnen, war meine löbliche Aktion ein voller Erfolg! Die von mir redlich außer Betrieb gesetzten Autos können die Umwelt nicht mehr verpesten, auch können sie keine Menschen und Tiere mehr verletzen oder sogar töten.

Es grüßt Sie redlichst: Ihr Johannes Kaplan!

Kinder im Auto

Selbst Kinder werden heutzutage dazu gezwungen, in gefährlichen Autos mitzufahren!

Attraktive Krankenschwester

Krankenschwestern sind hübsch anzusehen, neigen aber häufig zur Schwachsinnigkeit!

Liebe Freunde!

Den Stammlesers meines Blogs ist bekannt, dass meine liebe Frau Mutter vor Jahren heimging und dass ich sie seither regelmäßig auf dem Totenacker besuche. Ihrem Dahinscheiden war eine kurze Krankheit vorausgegangen, welche – dem Himmel sei Dank! – recht schmerzlos verlief.

Nun verhielt es sich so, dass man mich schon Wochen vor ihrem Ableben (nämlich in den Ostertagen des Jahres 2001) in Angst und Schrecken versetzte. Man vermittelte mir durch ungeschickte Ausdrucksweise den Eindruck, dass jene Frau, die mir mehr bedeutete als jeder andere Mensch auf dieser Welt, bereits verstorben sei! Aber bitte lesen Sie selbst:

Meine löbliche Frau Mutter lag bereits seit zwei Wochen im Krankenhaus. Als ich sie wieder einmal besuchen wollte, fuhr mir der Schrecken in die Glieder: In ihrem Zimmer fand ich zwei mir unbekannte Frauen vor!

Eiligst schritt ich zur Krankenhausleitung und fragte, wo denn meine Frau Mutter geblieben sei. Unglaublich, was mir die diensthabende Schwester ganz locker ins Gesicht sagte: „Die alte Dame wurde umgelegt!“  Daraufhin fing ich laut zu schreien an, warf mich zu Boden und weinte. Schnell wurde ein Arzt herbeigerufen, der mich untersuchen sollte. Ich sagte nur: „Nix da, ich brauche keine Untersuchung!“

Ich jammerte wohl arg kläglich und stellte die Frage, ob man denn wisse, wer meine Mutter umgelegt hat.  „Herr Kaplan, aber warum regen Sie sich so auf?“, fragte mich die diensthabende Schwester, die gerade dabei war, meinen Puls zu nehmen

„Sie Xanthippe!“, schimpfte ich voller Zorn. „Würden Sie sich denn nicht aufregen, wenn Ihre Mutter soeben ermordet wurde?“  Die Schwester fragte mich, wie ich auf solch eine verrückte Idee käme. – „Sie haben doch selbst gesagt, dass meine Mutter umgelegt wurde!“, erwiderte ich fassungslos. 

Die Schwester erklärte mir, dass mit „umlegen“ lediglich gemeint sei, dass man meine Mutter in ein anderes Zimmer verlegt habe. Aha, so verhielt sich das also! Vor Freude sprang ich in die Luft und rief laut: „Heureka!“ Das war ein schöner Tag! Dennoch beschwerte ich mich beim löblichen Chefarzt über die Krankenschwester, die mir ja solch einen Schrecken eingejagt hatte

Sie musste sich später mit einem Blumenstrauß bei mir entschuldigen. Da ich ein guter Mensch bin, nahm ich die Entschuldigung an und meinte, dass sie wohl noch lernen müsse, anständig mit Patienten und deren Angehörigen umzugehen. Sie soll ja Menschen helfen und diese nicht vor Schrecken krank machen!

Ich denke, dass die Krankenschwester damals etwas von mir gelernt hat. Und hierfür musste sie nicht einen einzigen Pfennig bezahlen! So hatte ich also mal wieder ein redliches, gottgefälliges Werk vollbracht.

Ihr,
Johannes Kaplan

Terror und Gewalt im Altersheim

Lüsterne Übergriffe und andere Gewaltausbrüche sind auch im Altersheim keine Seltenheit

Liebe Leserinnen und Leser,

mehrfach wurde mir der Vorwurf gemacht, ich würde ältere Leute „automatisch“ als redlich darstellen, die Jugend hingegen hätte ich „auf dem Kieker“. Tatsächlich hat die Wissenschaft uns ja gezeigt, dass das menschliche Gehirn ein Leben lang wächst. Somit dürfte es als erwiesen angesehen werden, dass ältere Personen grundsätzlich klüger sind als jüngere. Wer klug ist, ist häufig auch redlich.

Selbstverständlich sind auch Ausnahmen zu beobachten, beispielsweise die Fälle „Sigmund Mutznock“ und „Hertha von Hartenfels“. Beide Personen – obwohl längst dem Jugendalter entwachsen – waren sogenannte falsche Fuffziger.

Es gibt überdies Menschen, die im gesetzten Alter von 70 Jahren zu unredlichem, unkeuschem Verhalten neigen. In Rheinland-Pfalz kam es zu einem Vorfall, der einmal mehr beweist, dass lüsternes Begehren und Gewalttätigkeit Hand in Hand gehen. Die „Stern“-Zeitung berichtet von einem 70-Jährigen, der eine 89-Jährige mit seinem Rollator verletzte, weil diese nicht auf seine widerlich-triebhaften Annäherungsversuche einging! Das alles spielte sich in einem Seniorenheim ab:

Verschmähter 70-Jähriger rammt Angebetete mit Rollator

Äußerst rabiat hat ein 70-jähriger Bewohner eines Seniorenheims in Rheinland-Pfalz reagiert, nachdem seine 89-jährige Angebetete ihn abblitzen ließ. Wie die Polizei in Germersheim am Donnerstag mitteilte, stieß der Mann der Frau am Mittwoch „mehrfach den Rollator an ihr Bein, so dass diese leicht verletzt wurde“. Die Polizei habe zwischen den beiden vermitteln müssen.

Grund für den Gewaltausbruch war nach Polizeiangaben, dass die Frau „seine Gefühle nicht erwiderte“ und ihm „zudem von ihren Gefühlen für einen anderen Mann berichtete“. Gegen den Mann solle ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Redlichkeit fällt einem also nicht – wie selbstverständlich – im Alter zu. Es gibt es Menschen wie mich, die bereits redlich geboren wurden; alle anderen müssen sich ein anständiges Benehmen immer und immer wieder neu erarbeiten.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für diesen tagtäglichen Kampf alles Gute und viel Kraft!

Ihr Johannes Kaplan

politiker_bordell

Georg Schlagbauer: Dirnen und Drogen!

Mehrfach habe ich Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, aufgefordert, an unsere Frau Bundeskanzlerin oder zumindest an die Abgeordneten unserer Volksvertretung zu schreiben.

Die Volksvertreter sollten ermuntert werden, kraftvoller gegen das oftmals ausufernde Verhalten der Jugend („Handy“- und Internetzmissbrauch, Rauchen, kurze Röcke usw.) vorzugehen. Natürlich auch gegen Kriminalität ganz allgemein. Ich weiß, dass sehr viele von Ihnen meiner Aufforderung nachgekommen sind.

Geschehen ist trotz alledem rein gar nichts. Viele fragen nach dem Warum. Im hiesigen Kommentarbereich wurde mehrfach der Verdacht geäußert, dass Politiker selbst unredlich seien.  Da es auch Jugendliche gibt, die in den Parlamenten sitzen (z. B. für die GRÜNEN oder für die ostzonale SED), scheint ein solcher Verdacht nicht abwegig. Aber nicht nur Jugendliche sind unkeusch und kriminell, sondern auch Politiker im gesetzten Alter. Politiker, die zudem Mitglieder (vorgeblich) christlich gesinnter Parteien sind:

Die CSU kommt nicht zur Ruhe: Zwei Tage nach dem skandalträchtigen Abgang von Michael Brückner hat am Donnerstag Georg Schlagbauer alle Ämter niedergelegt. Der Bayerische Handwerkspräsident und CSU-Stadtrat steht in Verdacht, Drogen gekauft zu haben. Am Mittwochabend nahm die Polizei bei einer Razzia ein Münchner Bordell hoch, in dem Schlagbauer seine Drogen gekauft haben soll. Einen Tag zuvor hatte die Partei noch Brückners Sex-Affäre bedauert. Seehofer sagte: „Eine solche Sache betrübt die Menschen, ist doch klar, mich persönlich auch ungewöhnlich.“ (Focus-Zeitung)

Dass ausgerechnet Herr Seehofer „betrübt“ sein will, wundert mich sehr. Hatte er doch selbst mal eine „fröhliche Geliebte“, mit welcher er  jahrelang Ehebruch betrieb und mit der er sogar ein uneheliches Kind in die Welt setzte!

Gegen den 51-jährigen Brückner ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Anfang vergangener Woche wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen. Am Dienstag erklärte er den Rücktritt von seinen Ämtern in der Partei und im Bayerischen Bauernverband, am Mittwoch räumte er über seine Anwältin ein, eine 16-Jährige für Sex bezahlt zu haben.

Wenn schon Mitglieder einer vorgeblich christlichen Partei sich so benehmen, dann kann man sich gut vorstellen, wie es anderswo bestellt ist. Ich werde jedenfalls nicht mehr vorschlagen, an die Bundesregierung oder an den Bundestag zu schreiben. Am besten wird es sein, wenn sich redliche Menschen ab sofort selbst zur Wahl stellen.

Ich kann dies leider nicht tun, da ich fälschlicherweise unter Betreuung gestellt wurde und weder über das passive noch über das aktive Wahlrecht verfüge.

Mit redlichen Grüßen
Johannes Kaplan

Prostitution

Warten diese unredlichen Frauenzimmer schon auf unsere Herren Politiker?

Boschenrieder

Frau Boschenrieder beherrscht die englische „Sprache“ nicht, reist aber trotzdem ins Ausland.

Obwohl Frau Boschenrieder beinahe 80 Jahre alt ist, begab sie sich letzten Monat mit dem Kreuzfahrerschiff „AIDAmar“ auf eine mehrtägige Europareise. Zuvor hatte ich noch eindringlich auf die alte Dame eingeredet, um sie vor dem Betreten fremder Länder zu warnen. Dort treiben ja vermehrt Bombenleger ihr Unwesen.

Ich sollte Recht behalten. Frau Boschenrieder wurde zwar nicht in die Luft gesprengt, musste aber andere schreckliche Dinge erleben. Naiv, wie diese Person nun einmal ist, hat sie davon nicht einmal etwas mitbekommen. Ich musste ihr das mühselig erklären, nachdem sie im Aufenthaltsraum stolz ihre selbstgefertigten Fotografien herumgezeigt und von den „schönen Reiseerlebnissen“ berichtet hatte.

Zunächst hatte ihr Schiff in England angelegt, wo sie mit dem Reisebus nach Stonehenge (= Steingehänge) gefahren ist –  einer angeblich 5000 Jahre alten Kultstätte. Große Steine auf eine Wiese zu tragen und übereinanderzustapeln ist unredlicher Unfug. Man kann sich ausmalen, wie damals „Zauberer“ herumstolzierten und den Teufel verehrten. Vielleicht wurden sogar Hauskatzen und andere unschuldige Tiere geopfert.

satanisches_stonehenge

Stonehenge ist ein Ort für Teufel und Dämonen!

Von 1960 bis 1970 trieben sich in Stonehenge dann „Hippies“ (langhaarige, faule Jugendliche) herum, die dort Haschisch rauchten und Alkohol tranken. Also wahrlich kein Ort, den man als kulturell interessierter Reisender besuchen sollte. Die einfältige Frau Boschenrieder war hingegen beeindruckt; sie erzählte mir und den anderen Heimbewohnern mit aufgeregt klingender Stimme davon, wie sie auch ins nahe Salisbury (diese englischen Städte haben wirklich absurde Namen!) gefahren ist. Dort hätte sie eine bedeutende Kathedrale besucht…

Der Reiseleiter habe berichtet, dass nur 8 % der Bevölkerung Kirchenbeiträge zahlten, weshalb von jedem Besucher eine Spende verlangt wird. Warum kaum ein Gläubiger für eine solche Kathedrale zahlen will, wurde mir sofort klar, als ich Frau Boschenrieders Bilder sah. Um das Gebäude herum waren überall grässliche Statuen aufgebaut, z. B. in Form komplett entkleideter Menschen, die außerdem Hasenköpfe besaßen. So etwas kann und darf doch gar nicht sein!

Groteske Figuren in Salisbury

Nackte Menschen mit Hasenköpfen direkt vor der Kathedrale in Salisbury!

Teufelsgestalt in Kirche

Skandalös: Der Gehörnte mit Klumpfuß tanzt mit einer anderen Tiergestalt!

In der Kathedrale wurde es dann, was man kaum für möglich hält, noch schlimmer. Vor dem Altar tanzten gehörnte, ziegenähnliche Gestalten herum. Im Mittelalter wurde der Leibhaftige oft als Ziegenbock dargestellt. Wir haben es also mit Satanismus zu tun.

Jeder wirklich gläubige Mensch würde doch schreiend aus einer solchen „Kathedrale“ rennen (und vorher noch seine Spende zurückverlangen)! Frau Boschenrieder hätte besser daran getan, eine schöne Rheinfahrt zu unternehmen, um nebenher das großartige Hermannsdenkmal zu besichtigen.

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Endlich können die Frauen auf’s Feld und den Acker bestellen!

Liebe Freunde und Freundinnen der Redlichkeit,

ich weiß noch, wie es in den 1970er-Jahren war: Wir Knaben und Maderln, konnten die Monate April und Mai kaum erwarten, denn dies war die Zeit, in der wir – durch viele Kilometer voneinander getrennt, versteht sich! – zum nächstbesten See liefen, um dort (mit Hemd, Hose und Schuhe am Leib) ins Wasser zu hüpfen. Während wir uns dabei so wunderbar erfrischten, hatten wir stets ein fröhliches Volkslied auf den Lippen („Hoch auf dem gelben Wagen“, „Alle Vögel sind schon da“, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“, usw., usf.).

Als wir später heimwärts wanderten, wussten wir bereits im Voraus, dass uns unsere Eltern bald eins mit dem Gürtel, dem Kaminbesteck oder dem Gehstock eins überbraten würden. Und wie recht die alten Herrschaften daran taten: Wie unredlich war es schließlich, so mir-nichts-dir-nichts in der guten Stube zu erscheinen, klatschnass noch dazu! Wer da Nachsicht erwartete, war wohl nicht ganz bei Trost.

Heuer, im Jahr 2016 des Herrn, hat es lang, lang gedauert, bis sich das Wetter dergestalt entwickelte, dass man es als „frühlingshaft“ bezeichnen konnte. Aber nun endlich ist es soweit: Seit heute scheint in allen Teilen unseres wunderbaren Landes die Sonne, auch die Temperaturen sind überaus freundlich.

Nun können die Kinder also wieder in den nächsten Teich springen –  ohne zuvor ihre Sachen auszuziehen, versteht sich. Und zeitgleich können die erwachsenen Frauen endlich aufs Feld, um den Acker bestellen.

Denn die Ernte soll ja alsbald und pünktlich eingefahren werden. Ich wünsche mir von meiner zukünftigen Gattin, die ich hoffentlich bald finden werde, eine ordentlich Portion Rosenkohl … lecker aufgetan auf einem bunten Teller, mit Kartoffelbrei und weiteren leckeren Zutaten. Übergossen soll das Mahl mit zerlassener Butter sein. Sehr gesund! Im Glas Wasser, welches ich dazu trinke, darf dann ruhig eine frische Zitrusfrucht schwimmen.

So bringt der Frühling uns Männern eine redliche, gesunde Ernährung, und den Frauen eine löbliche Tätigkeit, die ihren tiefsten Instinkten entspringt. Wichtig für jede Frau ist es schließlich, nicht der Fettsucht anheim zu fallen.

Mit redlichen Grüßen
Johannes Kaplan

Joggen auf dem Friedhof

„Jogger“ sind häufig gekleidet wie der Dumme August aus dem Zirkus … und sie stören gern die Friedhofsruhe!

Meinen treuen Lesern und Leserinnen ist bekannt, dass meine Frau Mutter vor einigen Jahren verstarb. Die Heimleitung gestattet mir, jeden Dienstag zum 12 km entfernten Friedhof zu fahren. Ich nehme dazu den öffentlichen Omnibus (Linie 4), das Fahrgeld wird mir abgezählt mitgegeben.

Vom Friedhofstor aus muss ich noch 200 Meter gehen, bis ich die Grabstelle erreiche. Ich spreche dann immer mit dem Grabstein – auf diese Weise unterhalte ich mich nämlich mit der lieben Verstorbenen … ich berichte ihr beispielsweise, was in letzter Zeit so alles vorgefallen ist. Meine Mutter war nämlich Zeit ihres Lebens sehr neugierig.

Ewige Ruhe für Ellonore Kaplan

Meine Mutter war immer sehr neugierig und jetzt ist sie tot.

Vor zwei Wochen wurde ich in meiner Andacht durch einen jungen Mann und eine junge Frau gestört, die miteinander lachten und offensichtlich auch sonst guter Dinge waren. Die beiden kamen des Weges entlang, aber sie spazierten nicht gemächlich, sondern sie rannten! Sie trugen auch Kleidungsstücke, die dem feierlichen Ort in keinster Weise entsprachen; es handelte sich wohl um neumodische Sportkleidung.

Ich erkannte sofort, dass ich es mit sogenannten „Joggern“ (Dauerläufern) zu tun hatte.

Stichwort „Dauerlauf“/“Jogging“: Das sogenannte Dauerlaufen ist in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Durch die Fortschritte der Wissenschaft fand man dann heraus, dass es sich um gesundheitsgefährdenden Unfug handelt. Der Mensch ist schließlich kein Pferd, das stundenlang über irgendwelche Wiesen galoppiert. Deshalb wurde das „Dauerlaufen“ dann abgeschafft.

Erst 1970 ist es wieder in Mode gekommen. Wie so manch anderer Unfug kam es aus Amerika zu uns nach Deutschland: man nannte es nun „Jogging“. Junge Leute finden ja alles ganz großartig, sobald es nur einen englischen Namen trägt. 

Ich hatte hier also solche „Jogger“ vor mir. Ich trat auf den Weg: „Halt! Das hier ist ein Ort der ewigen Ruhe – und kein Sportplatz! Herumzurennen ist laut Friedhofsordnung verboten, also treiben Sie Ihren Unsinn gefälligst woanders!“ – Der junge Mann blickte mich nassforsch an: „Wir kommen jeden Tag hierher, und zwar um Punkt 10 Uhr. Das können Sie ja melden wem Sie wollen. Bisher ist jedenfalls noch kein Toter vor Schreck aus dem Grab gesprungen…“

Seine Begleiterin kicherte daraufhin laut und gackernd, als habe sie einen besonders gelungenen Witz gehört. Die beiden rannten einfach weiter, wobei ich die Frau noch sagen hörte: „Hast du den Freak gesehen? Das war bestimmt ein Zombie.“ Beide lachten bösartig.

Am nächsten Tag schlich ich mich gleich nach dem Frühstück aus dem Alten- und Pflegeheim. Den Bus bezahlte ich von meinem Ersparten. Kurz vor zehn Uhr erreichte ich den Friedhof, der noch leer und verlassen wirkte. Einen genauen Plan hatte ich nicht, aber als anständiger Mensch wollte ich die Schmach des Vortages nicht auf mir sitzen lassen.

Ich versteckte mich hinter der Kapelle, behielt dabei aber das Friedhofstor im Auge. Tatsächlich betraten die „Jogger“ – fast auf den Glockenschlag genau – den Friedhof. Zu meinem Erstaunen trugen die beiden Rucksäcke auf den Rücken. Der Mann und die Frau blickten verstohlen umher, und als sie sich alleine wähnten, verbargen sie ihre Rucksäcke in einem Gebüsch. Das war interessant! Die beiden versteckten also immer ihre Sachen, um besser laufen zu können!

Als sie endlich losgerannt und außer Sichtweite waren, kam auch ich hinter der Kapelle hervor. Tollkühn ging ich zum Gebüsch und zog die Rucksäcke heraus. Zur Polizei bringen konnte ich die Dinger nicht, denn ich hatte ja von der Heimleitung keine Erlaubnis, heute hier zu sein. Hastig blickte ich mich um. Da entdeckte ich ein frisch ausgehobenes Grab … offensichtlich für eine anstehende Beerdigung vorbereitet!

Ohne weiter nachzudenken schleifte ich die Rucksäcke dorthin und warf sie lachend in die Grube. Leider waren sie sehr bunt, weshalb man sie sofort finden würde. Geschwind rannte ich zu den umstehenden Gräbern und sammelte Blumen, Kränze und sonstiges Schmuckwerk ein, um alles in die frische Grube zu werfen. Die Toten und ihre Angehörigen würden mir verzeihen, denn das alles war ja für einen guten Zweck. Von den Rucksäcken war bald nichts mehr zu sehen.

Ich lachte noch ein wenig und tanzte auf der Stelle. Dann beeilte ich mich, zur Bushaltestelle zu kommen. Im Heim war mein Verschwinden noch nicht aufgefallen, so dass ich dort keinen Ärger bekam.

Abschließend ist zu erwähnen, dass am letzten Dienstag – also bei meinem planmäßigen Friedhofsbesuch – weit und breit kein „Jogger“ zu sehen war.

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