Archive for the ‘Benimmregeln’ Category

Ei_putt

In den Fluren unseres Pflegeheims wurden heute früh zerbrochene Hühnereier gefunden!

Liebe Freunde der Redlichkeit,

gestern, am Samstag vor Ostern, machte ich einen kleinen Spaziergang in Richtung eines nahen Edeka-Marktes. Als ich den Laden betrat, musste ich leider feststellen, dass sich die anderen Kunden wie die Wilden gebärdeten. Sie liefen unkoordiniert umher und drängelten unwirsch an der Kasse. Dennoch gelang es mir, eine Sechserpackung Hühnereier zu erwerben. Solide Farbrikware, nicht diesen „Bio“-Unsinn, den sich die  jungen Leute immer kaufen!

Zurück im Alten- und Pflegeheim, wo ich ja Insasse bin, wartete ich bis zur Abenddämmerung. Mir ist bekannt, dass die Pflegekräfte alljährlich in der Nacht zu Ostern einen kleines „Hasennest“ vor jede Zimmertür stellen, in welchem sich hartgekochte, angemalte Eier befinden. Wenn die Zimmergenossen dann am Ostermorgen erwachen, können sie sich die Eier nehmen und schon vor dem Frühstück verspeisen. Letztes Jahr ist mir aufgefallen, dass sich vor dem Zimmer, in welchem der unredliche Herr Göllner wohnt („haust“ wäre eigentlich der treffendere Ausdruck!) lauter Reste von Eierschalen befunden hatten. Offensichtlich hatte Göllner die Eier sofort im Gang verspeist und die Eierschalen achtlos auf den Boden geworfen. Ein solches Verhalten sieht dem Lottergreis ähnlich.

Deshalb wollte ich ihm dieses Jahr eine Lehre erteilen. Und deshalb hatte ich auch die rohen Eier im Edeka-Markt gekauft! Nachdem die Pflegekräfte also wie jedes Jahr die Nester vor die einzelnen Türen gestellt hatten, schlich ich mich vor das Zimmer des Herrn Göllner. Geschwind nahm ich dort die Eier aus dem Nest und tauschte sie gegen die rohen Eier aus! Diese rohen Eier hatte ich zuvor sorgfältig mit Filzstiften bemalt, um keinen Verdacht zu erregen. Mein Plan ging auf und war ein voller Erfolg! Heute früh hörte ich Oberschwester Olga laut und fürchterlich schimpfen. Offensichtlich hatte der unredliche Herr Göllner versucht, die Schale zu entfernen, indem er das Ei im Gang gegen die Wand schlug. Dabei ging es zu Boden wo es zerbrach.

Sachbeschädigung Herr Göllner

Strafe muss sein: Für Herrn Göllner gibt es heute weder Ostergebäck noch den nachmittäglichen Kamillentee!

Nun konnte sich also auch das Personal davon überzeugen, was für ein Schmutzfink Herr Göllner ist und wie verantwortungslos er mit wertvollen Lebensmitteln umgeht. In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich Ihnen ein frohes Osterfest!

Ihr Johannes Kaplan!

eier-ostern

Frohe Ostern!

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redlicher_tanz

Wer nach den Regeln des Peter Frankenfeld tanzt, der hält sein Herz- Lungensystem stets gut in Schuss!

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

das Tanzen hat gemeinhin einen schlechten Ruf, und das nicht ganz zu Unrecht: Sind es doch fast immer die jungen Leute von 12 bis 42, die sich heutzutage dieser Freizeitbeschäftigung hingeben. Dabei werden sogenannte „Schnell“-Tabletten (unlöblich: „Speed“) genommen, um möglich flink und lange das Tanzbein schwingen zu können. „Diskotheken“-Besucher sind häufig drogensüchtig.

Viele Menschen gehen deshalb in Tanzlokale, weil sie in Wirklichkeit ein Gegenüber für unredliche Sexualkontakte suchen. Hierbei beabsichtigen sie keinesfalls, den Partner vorher oder wenigstens anschließend zu ehelichen. In unserer schönen Hauptstadt Berlin gab es sogar lange Zeit jährliche Veranstaltungen, die sich ganz unverfroren „Love Parade“ nannten – ein Begriff, der einer fremden Sprache entstammt und übersetzt „Liebes-Marsch“ bedeutet.

the dancer

An der Art und Weise wie Jugendliche tanzen sieht man bereits, dass körperliche und geistige Defizite vorliegen!

All das brachte dem Tanz einen denkbar schlechten Ruf ein. Dennoch:  Am Tanz ist nichts Unmoralisches, wenn er denn mit Bedacht und zur Erquickung des Leibes ausgeübt wird! Zunächst einmal ist es von der Schöpfung (oder, falls Sie nicht religiös sind, von der Natur) keinesfalls vorgesehen, dass Menschen zu zweit tanzen. Man bewegt sich zwar in der Gruppe, aber eben jeder für sich allein. So kann es nicht zu beabsichtigten oder versehentlichen Berührungen kommen.

Unbedingt nötig ist ein sogenannter Vortänzer, damit die anderen Beteiligten überhaupt wissen, welche Bewegungen sie machen sollen. Diese Bewegungen sollten zwar schwungvoll aber keineswegs hastig sein. Geeignet hierzu sind schöne alte Melodien von Verdi und Beethoven, und wer es moderner mag, darf durchaus einen Tonträger von Bata Illic auflegen.

Ein guter Tanz ähnelt dem Turnen – gerade so, wie es der beliebte Fernsehmoderator Peter Frankenfeld auf seiner Schallplatte „Gymnastik und Tanz für Ältere“ demonstriert. Hierbei soll der Kreislauf leicht angeregt werden, das Herz und das Gehirn gut durchblutet. Länger als 5 Minuten sollte ein solcher Tanz allerdings nicht dauern, denn der Mensch ist schließlich kein Lauftier wie etwa der Hund oder der Esel.

Anschließend kann man eine Stunde pausieren, eine schöne Tasse Kamillentee trinken und dazu ein Stück Zwetschgenkuchen mit extra viel Schlagsahne essen. Wer sich an die hier vorgestellten Tanzregeln hält, der kann mit einem langen, erfüllten und gesunden Leben rechnen.

Es grüßt sie recht herzlich und redlich:
Ihr Johannes Kaplan

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Viele Eltern wissen nicht, welchen Namen sie ihrem Kindelein geben sollen, welches bald das Licht der Erde erblicken wird. Der Name eines Menschen ist sehr wichtig. Diesen hört er ein Leben lang, und daher hat der Name auch Einfluss auf die Charakterbildung des Menschen.

Folglich ist die richtige Wahl von höchster Bedeutung! Entscheiden Sie sich für einen redlichen Namen, denn dieser legt den „Nährboden“ zur Redlichkeit an. Verstehen Sie mich richtig: Ein Kind mit einem redlichen Namen wird dadurch nicht automatisch ein guter Mensch, aber man begünstigt die Veranlagung zur Redlichkeit, Keuschheit und Züchtigkeit!

Redliche Namen für das Mädchen

madel

Redliche Namen für den Buben

bub

Adelgard Abraham, Amalius
Baldegunde Borkward
Christelrose Chrysostomus
Delphine Dietram
Edeltraud, Esmeralda Eligius, Engelbert
Friederike Frohmut, Frommhold
Gunthilde Giselmund
Hildburg Huschke
Isentraud Ignatius
Johanna Johannes, Jonathan
Kunigunde Kornelius
Lutigard Liebward
Manfreda Mortimer
Notburga Nathan, Nikolaus, Notker
Oktavia Oswald
Phöbe, Prudentia Protasius
Rosmarie Raf(f)ael, Rigobert
Schwanhilde Siegwald
Treudelinde Theobald
Udalberta Uthelm
Volkerdine Volhard
Wemkelina Wendelin
Xaverine Xaverius
Yolanda York
Zalona Zyriakus

Natürlich ist diese Liste nicht vollständig. Das kann und soll sie nicht sein. Sie dient als Richtlinie.

Die Namen wurden vom Weltredlichkeitskongress sowie der FRK ausgewählt und genehmigt.

Vergessen Sie aber eines nicht: Die Wahl des Namens für Ihr Kind obliegt Ihnen selbst!

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Anständiger junger Mann

Ein Jugendlicher, der ein angemessenes Taschengeld erhält, wächst zu einem lebenstüchtigen, moralischen Menschen heran!

Liebe redliche Mitmenschen!

Wie viel Taschengeld soll ich meinem Kind geben? Diese Frage stellen mir viele Eltern. Die Höhe des Taschengeldes ist oft ein Streitpunkt in der Familie. Eltern, die gute Menschen sind oder sein wollen, möchte ich folgende redliche Richtlinien zur Orientierung geben:

Bis zum Alter von 14 Jahren sollten Kinder kein Taschengeld erhalten. In dieser Zeit lernt das Kind, ohne Geld auszukommen. Ab 15 Jahren sollten Jugendliche Taschengeld erhalten, damit diese lernen, wie man mit Geld umgeht. Meine redlichen Vorschläge:

15-jährige:  3, 50 EUR/Monat

16-jährige:   5, 00 EUR/Monat

17-jährige:   6, 50 EUR/Monat

Ab 18 Jahren sollte der Jugendliche sein eigenes Geld erwirtschaften, damit er ermessen kann, wie schwer es ist, Geld zu verdienen.

Verdorbene Jugend

Jugendliche, die mehr als 10 EUR Taschengeld erhalten, verwandeln sich in unmoralische Geschöpfe, welche Techno-Bier trinken und sich der Unkeuschheit hingeben!

Für was sollte der Jugendliche sein Taschengeld verwenden? Besonders sinnvoll sind (da pädagogisch wertvoll):

Malbuch

Malstifte

Sprungseil (zum Seilhüpfen)

Zoobesuch

Müsliriegel

Spenden für wohltätige Zwecke

Strauß Blumen für die löbliche Frau Mutter respektive für die redliche Frau Großmutter

Malstifte

Mit Malstiften können Heranwachsende Malbücher ausmalen. Ein sinnvoller Zeitvertreib, der zudem die künstlerische Kreativität anregt!

Nicht sinnvoll hingegen:

CDs/DVDs

Gebühren für tragbare Telefone („Handys“)

Kino-, Disko-, Kneipenbesuch

Süßigkeiten, „Bubble Tea“

Komik-Hefte (z. B. „Micky-Maus“, „Spinnen-Mann“)

Heimrechnerspiele (z. B. „Laura Kraft“, „Mario Brüder“)

Rollbretter

Moderne Heimrechnerspiele wie die „Super Mario Brüder“ führen zur Verrohung, zur Kriminalität und letztlich zum Amoklauf. Jugendliche können Spiel und Wirklichkeit nicht trennen.

Natürlich lassen sich beide Listen noch weiter ausführen. Diese sollen aber lediglich als Denkanstoß dienen, so dass der interessierte Leser diese Listen für sich selbst weiterführen kann.

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Johannes Kaplan bringt Kindern und jugendlichen Deppen das Briefeschreiben bei!

Die gute, alte Tradition des Briefeschreibens muss unbedingt wiederbelebt werden!

Liebes Kind, lieber Jugendlicher,

in einem Zeitalter, in welchem man „E-Mails“ – wie viele salopp sagen – oder auch Kurznachrichten mit einem tragbaren Telefon verschickt, verliert bei vielen Menschen der gute alte Brief an Bedeutung. Ich habe die Befürchtung, dass die Kinder und Jugendlichen gar nicht mehr wissen, wie man einen Brief schreibt, da sie es nicht mehr gewöhnt sind. Aber keine Bange, Dein Onkel Johannes erklärt Dir nun, wie man ein Schreiben aufsetzt! Nimm doch die Gelegenheit wahr, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen und Deinen lieben Verwandten, Bekannten und Freunden in der Ferne einen lieben Gruß zu senden!

SMS sind etwas für dumme Menschen

„SMS“-Nachrichten beinhalten nur unsinniges Zeug, und wer sie liest oder verschickt fängt dümmlich zu Grinsen an!

Und so geht es mit dem Briefeschreiben: Besorge Dir ein weißes Blatt aus Papier (gibt es im Schreibwarenhandel). Wichtig: nicht ein Blatt aus einem Spiralblock reißen, da dann unschöne „Fransen“ an der Seite des Papiers entstehen. Einen persönlichen Brief schreibt man mit der Hand – nicht mit dem Heimrechner oder mit der Schreibmaschine! Zum Schreiben benutze auch keinen Kugelschreiber, sondern einen Füllfederhalter, da man mit diesem eine schönere Schrift hat. Sollte Deine Handschrift dennoch krakelig erscheinen, lege Dir ein „Schönschreibheft“ zu und übe darin fleißig.

Nun schreibe auf das Papier Deine redlichen Grüße, denke aber daran, dass Du einen Rand von drei Zentimetern lässt. Ist der Brief fertig geschrieben? Schön! Nun brauchst Du einen Briefumschlag (diesen gibt es ebenfalls im Schreibwarenladen). Jetzt beschrifte den Umschlag  mit der Adresse des Empfängers! Diese Adresse benötigt nicht das @-Zeichen, sondern die POSTLEITZAHL des Empfängers. Wenn Du diese nicht kennst, dann frage einen Erwachsenen, der sie für Dich in Erfahrung bringen kann. Die Adresse gehört auf die Vorderseite des Umschlages.

Schreibe auf die Rückseite des Umschlages auch Deine eigene Anschrift. Denn wenn der Empfänger verzogen sein sollte, weiß der Onkel von der Post, wohin er den Brief zurückbringen muss. Jetzt den Brief falten, so dass er in den Umschlag passt. Umschlag zukleben. Nun brauchst Du nur noch eine Briefmarke. Gehe zu einem Postamt in Deiner Nähe und der Schalterbeamte wird Dich beraten, welche Marke Du da aufkleben solltest. Merke: eine Briefmarke gehört auf jeden Brief!

Johannes Kaplan erklärt den Sinn von Briefmarken

Die richtige Briefmarke auf einem Umschlag dient nicht als schmückendes Beiwerk … nein, sie ist im Postverkehr so viel wert wie Bargeld. Daher sprich man auch von „Wertzeichen“ und vom „frankieren“.

Nun wirfst Du den Brief in den Briefkasten (dies sind die gelben Kästen, die man überall sieht, auch vor dem Postamt). Und bald erhalten Deine Lieben Deinen Brief, Deine Grüße in den Händen und erfreuen sich an diesen.

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben und verbleibe mit den besten Wünschen, Dein:
Johannes Kaplan

Liebesbriefe sind eine Beleidigung für den Empfänger

Keinesfalls sollte die Kunst des Briefeschreibens missbraucht werden, um sogenannte „Liebesbriefe“ zu verfassen.

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Sonntagsgarderobe

„Herr“ Hartenfels meint allen Ernstes, dies sei die passende Garderobe für einen Sonntagnachmittag!

Herr Münzing hat mir diesen Fall per elektronischer Post zugeschickt:

Ich hatte heute ein Erlebnis, welches mich sehr echauffierte. Ich bin so frei, Herr Johannes Kaplan, und berichte Ihnen davon. Vielleicht machen Sie sich die liebevolle Mühe, mir Ihre hochgeschätzte Meinung mitzuteilen.

Da ich ein redlicher Mensch bin, stattete ich meinem guten Freund Fürchtegott Hartenfels vor kurzem einen sonntagnachmittäglichen Besuch ab. Vorher kaufte ich eine rote Rose, um sie seiner lieben Frau als kleine Aufmerksamkeit zu überreichen. Ich klingelte an seiner Türe und besagte Gattin gewährte mir freundlicherweise Einlass. Ich überreichte der netten Dame das floristische Präsent, an welchem sie Wohlgefallen hatte. Wir plauschten ein bisschen, danach führte sie mich in das Heimrechner-Zimmer ihres Mannes, meinem zu jener Zeit noch guten Freund Fürchtegott Hartenfels.

Sogleich bot sich mir ein fürchterliches Bild! Ich war entsetzt! Ja … ich war schockiert, das können Sie mir glauben!

Was ich da sah, das konnte ich nicht fassen: Fürchtegott Hartenfels saß mit einem Dauerlauf-Anzug bekleidet vor seinem Heimrechner, wobei hinten gar ein Zipfel seines Unterhemdes herausschaute!

Ich regte mich darüber sehr auf. Ich brüllte ihm ins Gesicht, dass heute Sonntag sei und man an diesem Tag redlich bekleidet sein sollte. Darunter verstehe ich: Anzug, weißes Hemd, Krawatte; Blümchen im Knopfloch. Er und seine Frau jedoch lachten mich aus, ich erntete nur Spott. Deprimiert zog ich von dannen. Doch ich wusste, ich würde zurückkehren!

Wenn Sie glauben, dass sei alles, was Herr Münzing durchgemacht hat, dann irren Sie sich. Wenige Tage später erhielt ich einen weiteren Brief:

Herr Kaplan! Heute Nachmittag stattete ich gemeinsam mit dem rechtschaffenen Herrn Pastor meinem Nicht-mehr-Freund Hartenfels einen „Überraschungsbesuch“ ab. Es handelte sich sozusagen um eine Art Endkontrolle. Wir klingelten an der Haustüre des Deliquenten … und sofort nach dem Öffnen bot sich uns ein Bild des Grauens! Hartenfels war zum wiederholten Male – an einem Sonntag wohlgemerkt! – unredlich bekleidet. Er stand vor uns: mit einer Art Unterhose sowie einem geriffeltem Unterhemd, auf welchem sich zu allem Überdruss zahlreiche Senfflecken befanden. In der rechten Hand hielt mein ehemaliger Freund eine geöffnete Dose Bier, in der linken eine übelriechende Bratwurst. Und dies an einem solch heiligem Tage!

„Das ist skandalös“, intonierte der rechtschaffene Herr Pastor. Er japste nach Luft, aber weitere Vorwürfe fielen ihm nicht ein. Wir schauten Hartenfels eine Weile stumm an, unser Schock saß einfach zu tief.

Hartenfels verschnabulierte in aller Ruhe (und mit lauten Schmatzgeräuschen) seine Wurst, anschließend fragte er uns, was das alles solle. Der rechtschaffene Herr Pastor forderte ihn daraufhin auf, dass er sich unverzüglich einen Anzug samt Krawatte anziehen solle, denn seine derzeitige Aufmachung sei blasphemisch und sakrilegisch! Wir ernteten nur Aggressionen und mussten uns anhören, dass wir „Spinner“ seien, die ein „Rad ab“ hätten. Vielleicht war Hartenfels bereits sufftrunken, dass er derart auf uns schimpfte, denn er konsumierte ja alkoholhaltiges Bier.

„Ziehen Sie unverzüglich einen redlichen Anzug an!“, postulierte der rechtschaffene Herr Pastor erneut. Er bekam von Hartenfels das Wort „Vollidiot“ an den Kopf geknallt, anschließend schlug der unredliche Trunkenbold uns krachend die Tür vor der Nase zu.

In meiner argen Not rief ich per moderner Fernmeldetechnik die Polizei. Der diensthabende Beamte wollte wissen, was denn passiert sei, aber ich war so konfus, dass ich am Telefon nichts Genaues zu erläutern vermochte. Ich stammelte nur, hier vor Ort sei etwas Entsetzliches geschehen.

Zehn Minuten später traf ein Streifenwagen ein – mit Blaulicht und Tatütata. Der rechtschaffene Herr Pastor und ich waren immer noch aufgeregt, konnten aber den beiden Beamten in halbwegs zusammenhängenden Worten das Geschehene schildern. Die uniformierten Schutzmänner schmunzelten sich an! Ich fragte mich, was an diesem Vorfall denn nun so lustig sei. Warum das Grinsen? Es ist doch alles andere als lustig, an einem Sonntag ordinär bekleidet zu sein! Die Schutzmänner fragten uns, ob wir was getrunken hätten, was wir redlich verneinten.

„Nun gut, da habt ihr Jecken euch einen schönen Ulk mit uns erlaubt. Wir drücken ausnahmsweise ein Auge zu – ist ja Karneval. Aber beim nächsten Mal wird’s teuer.“ Als die Staatsdiener weggingen hörten wir noch, wie sie sich über das Gewand des rechtschaffenen Herrn Pastors lustig machten – welch eine alberne Karnevalsverkleidung das sei.

Ich stelle also fest, dass es unserer Regierung völlig egal ist, wie die Leute am heiligen Sonntag gekleidet sind. Und jetzt befürchte ich gar, dass der gesamte Staat vor dem Verfall steht. Ein Sodom und Gomorrha ist unausweichlich!

Der Pfaffe und ich waren so entsetzt von alledem, dass wir den Ort der Sünde umgehend verließen. Wir spürten Ohnmacht, Trauer und Zorn. Aber wir geben nicht auf! Wir werden die notwendigen Schritte in die Wege leiten, damit Hartenfels sein Unrecht einsieht. Und wenn nicht, bringen wir ihn ins Gefängnis, diesen widerlichen Verbrecher!

Ich schrieb Herrn Münzing umgehend zurück, dass ich seine Ansichten vollumfänglich teile. Doch mein Mitgefühl hatte sich erübrigt, da Herr Hartenfels zwischenzeitlich an einem Herzinfarkt verstorben war. Das hat er nun davon! Sicherlich kennen auch Sie unredliche Personen, die sich so aufführen wie dieser „Herr“ Hartenfels. Sagen Sie diesen Leuten, dass man erwarten könne, dass jeder Mensch am Sonntag zünftig bekleidet ist – denn dies ist ein Schritt auf dem Wege, ein löblicher Mensch zu werden!

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Handy im Auto

Diese Frau macht es falsch: Sie benutzt ein "Handy", während sie Auto fährt und sich die Augenbrauen lackiert!

Vom richtigen Umgang mit dem Handtelefon, im Nachfolgenden „Handy“ genannt!

Für viele ist das „Handy“ nur ein Spielzeug
und sie wissen nicht, wie man redlich damit umgeht!

Viele unredliche Menschen haben den Zwang ihrer Umwelt zu zeigen, dass sie ein „Handy“ besitzen. Dies geschieht dadurch, dass sie das „Handy“ öffentlich zur Schau stellen. Wie oft sieht man Menschen mit ihrem „Handy“ rumsitzen und sind ständig darauf am herumtippen. Hiermit wollen sie uns zeigen, dass sie ein „Handy“ besitzen – sie wollen sagen, dass sie „in“, dass sie „wer“ sind. Jugendliche zeigen sich für derartige Verhaltensweisen äußerst empfänglich – und das macht mich sehr nachdenklich. Besonders sind jene Jugendlichen betroffen, bei denen man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass nie etwas aus ihnen wird. Das ist zumindest mein Eindruck, liebe Leserin, lieber Leser.

Da ich redlich bin, möchte ich allen unredlichen Menschen folgende redlichen Tipps mit auf dem Wege geben:

  • Tragen Sie Ihr „Handy“ VERSTECKT in einer Tasche, so dass es für andere nicht sichtbar ist.
  • Wenn Sie mit Bus oder Bahn reisen, stellen Sie das Gerät ab. Die anderen Fahrgäste wollen nicht durch das Klingeln des „Handys“ gestört werden.
  • Holen Sie es nicht heraus, um einfach nur darauf herumzutippen.
  • Führen Sie keine unsinnigen Gespräche! Denn dazu wird das „Handy“ oft missbraucht! Ein „Handy“ dient lediglich dazu, dass man im Notfall redliche Hilfe herbeiholen kann.

Wenn ich Jugendliche sehe, die gegen diese redlichen Regeln verstoßen, beschlagnahme ich ihr „Handy“ und sage ihnen, dass ihre werten Eltern es bei mir abholen können!

Ich freue mich, dass ich Sie mit diesen Tipps wieder ein Stückchen weiter zum Tore der Redlichkeit geleiten konnte.

Ihr Johannes Kaplan

Schönes, großes Handy

Dieser alte Herr macht es richtig: Er nutzt das "Handy", um die Polizei darauf aufmerksam zu machen, dass Jugendliche in der Nähe sind, die lachen und rauchen!

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Angezogen duschen ist redlich

Besonders junge Damen sollten sich unter der Dusche keinesfalls entkleiden!

Die redliche Frau Edeltraud Engler hat auf Ihrer redlichen Heimseite folgende Regeln aufgestellt, die ich hier auch erwähnen möchte:

Fr. Englers Regeln und Thesen für den züchtigen Christen (Auszüge)

Regel Lösung
1. Du sollst Dich nicht selbst berühren! Immer mit Gummihandschuhen duschen, Badehose tragen, sich nie nackt betrachten (pfui!). Züchtig geschlossen kleiden.
2. Du sollst nicht Lust empfinden! Nur redliche Sender gucken (Arte, Bibel TV, QVC). Sich nicht mit dem anderen Geschlecht treffen oder gar unterhalten.
3. Du sollst nicht attraktiv erscheinen! Die Haare, Achseln und Füße nur waschen, wenn unbedingt nötig. Alte Kleidung der Familie auftragen.
4. Du sollst Tiere lieben! Füttern und streicheln Sie jedes Tier, gehen Sie 2x wöchentlich in den Tierpark. Kaufen Sie sich ein Haustier (am besten Hund oder Katze).
5. Sorgen Sie für Sauberkeit Haben Sie immer Lappen und Scheuermittel dabei, um in Bus und Bahnen unangenehme Dreckflecken sofort entfernen zu können. Ihre Mitchristen werden es Ihnen danken.
6. Sorgen Sie für einen besseren Verkehrsfluss! Viele Christen fahren morgens mit dem Auto zur Arbeit. Da ist es oft störend, wenn es zu Staus durch Antichristen kommt. Stehen Sie 2h früher auf und regeln Sie an einer Kreuzung Ihrer Wahl per Handzeichen den Verkehr. Kommt nun ein Christ an die Kreuzung und winkt Ihnen zu, so können Sie den Verkehrsfluss so steuern, dass der Christ ungehinderte Durchfahrt erhält. Man wird es Ihnen danken und Ihnen Hochachtung zollen.

Auf die Einhaltung dieser Regeln ist strengstens zu achten, betont Frau Engler. Nur so sei es ihrer Meinung nach möglich, ein treuer, redlicher und züchtiger Christ zu sein, der frohen Herzens die schönen Dinge des Lebens genießen kann. Frau Edeltraud Engler weist in diesem Zusammenhang auf ihre täglichen Bibelstunden hin, auf ihre heiteren Kartoffelkochabende, ihre Teilnahme an der Spargelernte im Spätwinter (auf den Feldern einer Leidensmission). Überdies verteilt sie Informationsblätter in der ehemaligen Ostzone.

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So ist es falsch: Dieses Mädchen macht einen Diener statt einen Knicks!

Leider sind die Zeiten vorbei, in welchen man sich redlich verhielt. Mit dieser Beitragsreihe möchte ich Sie wieder zurück zu den guten Sitten führen!

Wie war es damals, als Tante Betti noch lebte? Der Bub trug einen blauen Matrosenanzug und das Mädelein ein rosa Plüschkleidchen. Auch wurden früher die Umgangsformen eingehalten. Oder sehen Sie heute noch einen Buben, der redlich einen Diener bzw. ein Mädelein, das einen redlichen Hofknicks zur Begrüßung einer erwachsenen Person macht?

So ist es richtig: Dieser Junge macht vor dem alten Herren einen unterwürfigen Diener!

Besonders am Sonntag sollte man sich redlich bekleiden. Viele tragen da einfach nur einen Jogginganzug oder nur ein Unterhemd oder laufen gar den ganzen Tag im Schlafanzug rum! An folgender Tabelle können Sie sich orientieren und sehen, wie sich ein redlicher Mensch bekleidet:

Korrekte Bekleidung am Sonntag für…

…den Herren

…den Buben

…die Dame

…das Mädelein

– weißes Hemd
– blaue Krawatte
– Nadelstreifenanzug (samt Hose)
– Hut
– einen blauen Matrosenanzug
– eine Matrosenmütze
– weiße Bluse
– blaue Stoffhose
– Hut mit einer Blume dran
– rosa Plüschkleidchen
– rosa Söckchen
– im Haar eine weiße „Schleife“

Wie begrüßt man am Sonntag eine Person?

Ein lapidares „Hallo“ ist unredlich. Um die guten alten Verhaltensregeln wieder einzuführen, sollte wenigstens am Sonntag der Bub einen Diener und das Mädelein einen Hofknicks machen, um eine erwachsene Person zu begrüßen. Dabei sollen sie sagen: „Gott zum Gruße, gnädige Dame/gnädiger Herr!“

Kinder und Jugendliche haben stets die Erwachsenen zu grüßen, bevor selbige etwas sagen!

Ein männlicher Erwachsener grüßt eine Dame, indem er seinen Hut abnimmt und dann „Gott zum Gruße, gnädige Frau!“ ausspricht. Danach darf der Herr wieder seinen Hut aufsetzen. Grundsätzlich grüßt der Herr zunächst die Frau. Die Frau beantwortet diesen Gruß mit einem Hofknicks und sagt zu dem Herren: „Ihnen auch Gott zum Gruße!“

Wie soll man den Sonntag gestalten?

Um 6.18 Uhr aufstehen, redlich frühstücken (Müsli!). Der Sonntagmorgen sollte dem Kirchgang dienen. Mittags nimmt man ein redliches Mahl (Haferschleimsuppe) ein. Als Nachtisch gibt es „Birne Helene“. Danach macht man einen Mittagsschlaf (max. 1,153 Stunden) und am Nachmittag geht man in den Stadtpark die Enten füttern. Am Abend liest man gemeinsam ein gutes Buch. Am besten ist, der Herr liest der Dame daraus vor!

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