Archive for the ‘Meine Erlebnisse’ Category

Kinder Tattoo

Selbst Kinder werden heutzutage mit Tätowierungen verunstaltet!

Liebe Freunde und Freundinnen der Redlichkeit,

als ich noch jung war, mussten nur Seeleute und ehemalige Zuchthäusler Tätowierungen tragen. So konnte man diese Leute schon von weitem erkennen und sicherheitshalber die Straßenseite wechseln. Tätowierte waren nämlich dafür bekannt, dass sie redlichen Menschen gerne Gewalt antaten. Bei einer Körperbemalung handelte es sich seinerzeit um ein Kainsmal für Kriminelle. Wer eine Tätowierung trug, der war für’s Leben gebrandmarkt.

Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Tätowierungen sind inzwischen „schick“ geworden, man nennt sie nun „Tattoos“. So, wie es selbstverständlich ist, ein „Smartphone“ zu besitzen, so ist es ganz normal, sich ein „Tattoo stechen zu lassen“.

Besonders junge Leute sind übersät mit bunten Bildchen und mit Schriftzügen in englischer „Sprache“. Vermutlich wissen die Heranwachsenden gar nicht, welche Redewendungen sie da auf der eigenen Haut spazieren tragen. Und selbst die Hausfrau und Mutter aus der Nachbarschaft hat mittlerweile eine schaurige Darstellung auf dem Oberarm, die sie bei jedem Ringelpiez stolz herzeigt. Man sieht am heutigen Tätowierwahn deutlich, wie sehr unsere Gesellschaft immer mehr verlottert. Selbst unschuldige Kinder werden dazu verleitet, sich mit „Tattoos“ zu verunzieren:

Neulich bemerkte ich bei Karstadt eine junge Mutter, deren vielleicht fünf Jahre altes Kind das Bild eines amerikanischen „Superhelden“ auf dem Handrücken trug. Die Tätowierung war außerdem ganz schlecht gemacht, die Farben waren nämlich ganz verlaufen und verschwommen. Vielleicht war es auch nur ein Abziehbild, was die Sache jedoch nicht besser macht.

Ich wollte der jungen Mutter eine mündliche Ermahnung erteilen, aber sie hatte Knöpfe in den Ohren, mit denen sie offensichtlich lautstark ausländische „Musik“ hörte. Wütend trat ich mit dem rechten Fuß gegen ihre prall gefüllte Einkaufstasche, wobei ich selber fast gestürzt wäre. Die Frau gab einen überraschten Schrei von sich und das Kind begann zu weinen.

Weil die Umstehenden mich seltsam ansahen, lief ich schnell weg. Vermutlich hätten sich die Leute noch auf die Seite dieser miserablen Mutter gestellt, man kennt das ja. Ich nahm mir jedoch vor, schon bald weitere Aktionen gegen das Tätowieren auszuführen.

Mit redlichen Grüßen

Ihr Johannes Kaplan

Read Full Post »

Wassermagie

Herr Göllner wurde mit frischem Leitungswasser gezüchtigt!

Frisches, sauberes Wasser ist für die meisten Menschen in unserem schönen Land längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Es kommt ja schließlich aus dem Wasserhahn, einfach so. Wasser wird bereits in der Bibel erwähnt, nämlich im Alten Testament, gleich auf der ersten Seite:

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf den Wassern.

Und so stammen die ersten Geschöpfe auch aus den Ozeanen. Die ersten Fische beispielsweise, aus denen einige Millionen Jahre später Menschen wurden, schwammen in der Nordsee umher. Auch bei der Durchführung der Redlichkeit kann klares Wasser helfen. Ich setze mich häufig, wenn ich allein unterwegs bin, in eine Kaffee-Gaststätte (unlöblich: Café) und bestelle nichts weiter als ein mit Leitungswasser gefülltes Glas. Dafür braucht man nicht zu bezahlen, das steht so im Gesetz.

Neulich war die Bedienung (ein junges Mädchen, bekleidet mit einem viel zu kurzen Rock) ziemlich frech. „Aber nur ausnahmsweise, Opa! Das hier ist nicht das Jobcenter, wo man alles umsonst in den Arsch geschoben kriegt!“, sagte sie in einem herablassenden Ton zu mir, als sei ich ein Bettler oder Hausierer.

Das junge, dumme Ding bekam sofort meine Redlichkeit zu spüren. Ich erhob mich (mit dem Glas in der Hand) und täuschte einen Herzanfall vor. Dabei fuchtelte ich mit den Armen herum und schüttete wie zufällig das ganze Wasser über das Gesicht und die Kleidung des dreisten Fräuleins.

Das war eine sehr redliche Strafe! Das Wasser trocknet zwar ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, aber für die unfreundliche Kellnerin war das Ganze ein echtes Ärgernis. Recht so!

Wasser ins Gesicht einer jungen Frau

Die junge Kellnerin wird sich gewiss merken, dass mit Wassertrinkern nicht zu Spaßen ist!

Der geneigte Leser erinnert sich noch an Herrn Göllner, der bei mir im Alten- und Pflegeheim wohnt und sich stets sehr unredlich benimmt. In letzter Zeit spielt er ständig mit seinem „Smartphone“, bei dem es sich seinen Worten nach um ein „S8“ handelt, was etwas ganz Besonderes sei, wie er angeberisch verkündet.

Neulich, zur Kaffeestunde, reichte es mir endgültig. Wie immer hatte ich ein Glas Wasser vor mir stehen. Damit ging ich zum Tisch des Herrn Göllner hinüber und täuschte den üblichen Herzanfall vor. Ich übertrieb etwas und das Glas fiel samt Inhalt auf Göllners Kopf.

Das Glas zerbarst an seinem Schädel, so dass es zu einer Schnittwunde kam, die heftig blutete.

Göllner sah aus, wie eines dieser Ungeheuer aus einem neumodischen Gruselfilm: nasse, wirre Haare, blutverschmiertes Gesicht. Und er begann zu weinen wie ein kleines Kind: das teuere „S8“ sei kaputt, usw. Das kam mir dann doch etwas seltsam vor und ich musste laut lachen.

Schließlich kam Oberschwester Olga und brachte mich auf mein Zimmer, welches ich dann zwei Tage lang nicht mehr verlassen durfte, außer, um auf die Toilette zu gehen. Ich verstehe das alles nicht. Was kann ich denn dafür, wenn der unredliche Herr Göllner einen so empfindlichen Kopf hat!?

Read Full Post »

Joggen auf dem Friedhof

„Jogger“ sind häufig gekleidet wie der Dumme August aus dem Zirkus … und sie stören gern die Friedhofsruhe!

Meinen treuen Lesern und Leserinnen ist bekannt, dass meine Frau Mutter vor einigen Jahren verstarb. Die Heimleitung gestattet mir, jeden Dienstag zum 12 km entfernten Friedhof zu fahren. Ich nehme dazu den öffentlichen Omnibus (Linie 4), das Fahrgeld wird mir abgezählt mitgegeben.

Vom Friedhofstor aus muss ich noch 200 Meter gehen, bis ich die Grabstelle erreiche. Ich spreche dann immer mit dem Grabstein – auf diese Weise unterhalte ich mich nämlich mit der lieben Verstorbenen … ich berichte ihr beispielsweise, was in letzter Zeit so alles vorgefallen ist. Meine Mutter war nämlich Zeit ihres Lebens sehr neugierig.

Ewige Ruhe für Ellonore Kaplan

Meine Mutter war immer sehr neugierig und jetzt ist sie tot.

Vor zwei Wochen wurde ich in meiner Andacht durch einen jungen Mann und eine junge Frau gestört, die miteinander lachten und offensichtlich auch sonst guter Dinge waren. Die beiden kamen des Weges entlang, aber sie spazierten nicht gemächlich, sondern sie rannten! Sie trugen auch Kleidungsstücke, die dem feierlichen Ort in keinster Weise entsprachen; es handelte sich wohl um neumodische Sportkleidung.

Ich erkannte sofort, dass ich es mit sogenannten „Joggern“ (Dauerläufern) zu tun hatte.

Stichwort „Dauerlauf“/“Jogging“: Das sogenannte Dauerlaufen ist in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Durch die Fortschritte der Wissenschaft fand man dann heraus, dass es sich um gesundheitsgefährdenden Unfug handelt. Der Mensch ist schließlich kein Pferd, das stundenlang über irgendwelche Wiesen galoppiert. Deshalb wurde das „Dauerlaufen“ dann abgeschafft.

Erst 1970 ist es wieder in Mode gekommen. Wie so manch anderer Unfug kam es aus Amerika zu uns nach Deutschland: man nannte es nun „Jogging“. Junge Leute finden ja alles ganz großartig, sobald es nur einen englischen Namen trägt. 

Ich hatte hier also solche „Jogger“ vor mir. Ich trat auf den Weg: „Halt! Das hier ist ein Ort der ewigen Ruhe – und kein Sportplatz! Herumzurennen ist laut Friedhofsordnung verboten, also treiben Sie Ihren Unsinn gefälligst woanders!“ – Der junge Mann blickte mich nassforsch an: „Wir kommen jeden Tag hierher, und zwar um Punkt 10 Uhr. Das können Sie ja melden wem Sie wollen. Bisher ist jedenfalls noch kein Toter vor Schreck aus dem Grab gesprungen…“

Seine Begleiterin kicherte daraufhin laut und gackernd, als habe sie einen besonders gelungenen Witz gehört. Die beiden rannten einfach weiter, wobei ich die Frau noch sagen hörte: „Hast du den Freak gesehen? Das war bestimmt ein Zombie.“ Beide lachten bösartig.

Am nächsten Tag schlich ich mich gleich nach dem Frühstück aus dem Alten- und Pflegeheim. Den Bus bezahlte ich von meinem Ersparten. Kurz vor zehn Uhr erreichte ich den Friedhof, der noch leer und verlassen wirkte. Einen genauen Plan hatte ich nicht, aber als anständiger Mensch wollte ich die Schmach des Vortages nicht auf mir sitzen lassen.

Ich versteckte mich hinter der Kapelle, behielt dabei aber das Friedhofstor im Auge. Tatsächlich betraten die „Jogger“ – fast auf den Glockenschlag genau – den Friedhof. Zu meinem Erstaunen trugen die beiden Rucksäcke auf den Rücken. Der Mann und die Frau blickten verstohlen umher, und als sie sich alleine wähnten, verbargen sie ihre Rucksäcke in einem Gebüsch. Das war interessant! Die beiden versteckten also immer ihre Sachen, um besser laufen zu können!

Als sie endlich losgerannt und außer Sichtweite waren, kam auch ich hinter der Kapelle hervor. Tollkühn ging ich zum Gebüsch und zog die Rucksäcke heraus. Zur Polizei bringen konnte ich die Dinger nicht, denn ich hatte ja von der Heimleitung keine Erlaubnis, heute hier zu sein. Hastig blickte ich mich um. Da entdeckte ich ein frisch ausgehobenes Grab … offensichtlich für eine anstehende Beerdigung vorbereitet!

Ohne weiter nachzudenken schleifte ich die Rucksäcke dorthin und warf sie lachend in die Grube. Leider waren sie sehr bunt, weshalb man sie sofort finden würde. Geschwind rannte ich zu den umstehenden Gräbern und sammelte Blumen, Kränze und sonstiges Schmuckwerk ein, um alles in die frische Grube zu werfen. Die Toten und ihre Angehörigen würden mir verzeihen, denn das alles war ja für einen guten Zweck. Von den Rucksäcken war bald nichts mehr zu sehen.

Ich lachte noch ein wenig und tanzte auf der Stelle. Dann beeilte ich mich, zur Bushaltestelle zu kommen. Im Heim war mein Verschwinden noch nicht aufgefallen, so dass ich dort keinen Ärger bekam.

Abschließend ist zu erwähnen, dass am letzten Dienstag – also bei meinem planmäßigen Friedhofsbesuch – weit und breit kein „Jogger“ zu sehen war.

toter_rucksack

Read Full Post »

Goellner-Tablett

Herr Göllner ist sehr stolz auf sein unredliches Elektro-Tablett!

Seit Monaten hat Herr Göllner (die bösartigste Person hier im Alten- und Pflegeheim!) ein elektronisches Tablett; dieses Gerät verfügt über eine eingebaute Internetzverbindung, denn Herr Göllner hat mein Weltpresse-Blog entdeckt und alle Artikel gelesen, die ich pflichtgemäß über ihn verfasst habe.

Als Göllner mir neulich im Garten begegnete, fragte er unwirsch, was ich denn für Lügen über ihn verbreiten täte. Es reiche doch bereits, dass ich die Leute hier im Heim nerven würde. Er fühlte sich an diesem Tag wohl besonders stark, weil sein dreizehnjähriger Urenkel zu Besuch war und neben ihm auf der Parkbank lümmelte. Dieser kleine Lausebengel sagte doch tatsächlich zu mir: „Ey, du Zombie, du siehst ja noch blöder aus als auf den Bildern!“

film-zombie

Im Garten des Pflegeheims wurde ich mit solch einer widerlichen Filmfigur („Zombie“) verglichen!

Beide lachten mich aus. Empört lief ich ins Haupthaus zurück. Auf meinem Zimmer bereitete ich mir einen Kamillentee zu, denn ich mich musste mich erst einmal beruhigen. Also, diese Göllners, die kann man nur als Brut des Bösen bezeichnen!! Ich kam auf die Idee, dass alle Mitbewohner erfahren sollten, wie gehässig Herr Göllner ist. Es ist ja auch meine Bürgerpflicht, die Allgemeinheit vor einer derartigen Gefahr zu warnen. Also riss ich das Laken und von meinem Bett, holte einen dicken Filzstift aus der Schublade und schrieb ganz groß auf den Stoff:

Herr Göllner ist bösartig und geisteskrank! Meiden Sie ihn bitte!

Das Laken befestigte ich anschließend am Fensterbrett, so dass jeder die Aufschrift lesen konnte, der sich im Freien aufhielt. Bald entdeckte Herr Göllner das Laken, zumal ich auch den Filzstift in seine Richtung geworfen hatte.

pflegebett

Ohne Zögern riss ich das Bettlaken von meiner Schlafstätte!

„Kaplan, mach sofort diesen Unsinn weg! Sonst rufe ich die Polizei!“, rief Göllner mit krächzender Stimme, während er sich unten vor meinem Fenster aufbaute. Sein Urenkel begann gleichzeitig, mit einem „Smartphone“ Lichtbilder von mir und dem Laken zu knipsen. Ich winkte den beiden Teufeln zu, hüpfte auf der Stelle und vollführte einen Freudentanz am Fenster. Sogleich wurde mir davon ganz duselig. Ich musste mich setzen.

Minuten später wurde laut und ungeduldig gegen meine Zimmertür geklopft. Natürlich war es Oberschwester Olga: „Johannes, du nun wieder!“ Ohne zu fragen kam sie rein, ging zum Fenster und nahm das Bettlaken ab. Ich solle derartiges unterlassen, sonst dürfe ich nicht mehr runter in den Aufenthaltsraum. Ich bekam einen Schreck, denn da unten steht der Heimrechner: die einzige Möglichkeit für mich, ins Internetz zu gelangen. So eine Ungerechtigkeit! Ich regte mich so darüber auf, dass ich mich zu Boden warf, mich wild herumwälzte, um mich schlug und dabei „Nein, nein, nein!“ schrie.

„Johannes, jetzt reicht es aber!“ Oberschwester Olga ist Russin und deshalb viel stärker als jeder deutsche Mann. Sie hob mich einfach hoch und legte mich aufs Bett. Dann drückte sie mir drei Diazepam-Tabletten (je 50 mg) in die zittrigen Hände, welche ich bereitwillig mit Kamillentee runterschluckte. Nach einigen Sekunden wurde ich ruhiger …. und auch recht müde.

„Wenn du versprichst, den Herrn Göllner nicht mehr zu ärgern, dann bekommst du morgen die doppelte Portion Kompost zum Nachtisch!“ Oberschwester Olga schlug nun also einen freundlicheren Ton an!

Ich gab mich geschlagen, schließlich bin ich ja ein redlicher Mensch. Trotzdem guckte ich noch ganz schön frech vor mich hin. Oberschwester Olga lächelte seltsam. Sie fragte, ob ich ihr nicht ein Autogramm geben könne, denn ich sei im Internetz ja ein richtiger „Star“. Sie wolle das Autogramm nach Sibirien schicken, ihre Familie würde sich gewiss darüber freuen.

Natürlich wusste ich längst, dass ich auch international so beliebt bin! Ich holte ein Stück Papier hervor und beschrieb es mit einem Kugelschreiber – den Filzstift hatte ich ja versehentlich aus dem Fenster geworfen. Während Oberschwester Olga die Tür hinter sich schloss, hörte ich sie noch sagen: „Na, dann bis zum nächsten Mal, Johannes!“ – „Nun“, erwiderte ich schwach, „vielleicht werde ich morgen im Aufenthaltsraum einen kleinen Vortrag über die Redlichkeit halten!“

Read Full Post »

Fahrscheinkontrolle

Kinder und Jugendliche sind in öffentlichen Verkehrsmitteln fast immer ohne Fahrschein unterwegs!

Einige Kilometer entfernt von dem Alten- und Pflegeheim, in welchem ich lebe, gibt es einen großen Park mit zahlreichen schönen Blumenbeeten. Heute erlaubte mir Oberschwester Olga in den Linienbus zu steigen, um dorthin zu gelangen. Das Fahrgeld hatte ich abgezählt dabei und legte es stolz auf den Kassierapparat des Fahrers. Anschließend ging ich ganz nach hinten in den Bus, um alles gut beobachten zu können, besonders die anderen Fahrgäste. Es sind nur vier Stationen bis zu dem Park mit den schönen Blumenbeeten, aber wie es der Zufall will, sollte ich dieses Mal etwas ganz Besonderes erleben!

Ein Fahrkartenkontrolleur stieg ein und überprüfte alle, die sich im Bus befanden, ob groß, ob klein. Und er hatte Glück! Er machte zwei Personen ausfindig, die keinen Fahrschein dabei hatten. Natürlich handelte es sich hier wieder einmal um Jugendliche. Als er diese beiden Verbrecher ertappte, applaudierte ich ganz laut und rief: „Bravo, bravo!“

Die anderen Leute sahen mich irritiert an, aber das störte mich nicht. Ich lief zu den vorderen Sitzreihen, klopfte dem Kontrolleur anerkennend auf die Schulter und meinte, dass er ein guter Mensch sei und er eine gute Tat vollbringen würde. Da ich ein redlicher Bürger bin, bot ich ihm an, die Personalien der Jugendlichen aufzunehmen. Er meinte seltsamerweise, dass ich dazu nicht berechtigt wäre.

Mit dieser kleinen Geschichte möchte ich Ihnen, lieber Leserinnen und Leser, sagen, dass Sie jeden Tag mindestens einem Menschen zeigen sollen, dass Sie ihn und seine Arbeit bewundern. Und die Jugendlichen haben heute gelernt, dass es sich nicht geziemt, „schwarzzufahren“!

Read Full Post »

agressiver_handy_nutzer

„Handy“-Benutzer, denen man das „Handy“ wegnehmen will, werden genauso aggressiv wie Heroinsüchtige, denen man die Droge entzogen hat!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch ein redlicher Mensch, wie ich es bin, lernt sein Leben lang dazu. Bitte lassen Sie sich von mir erzählen, wie ich als junger, aber redlicher „Wildfang“ die Redlichkeit mit tollkühnen Taten durchzusetzen versuchte, anstatt Vernunft und Sachlichkeit walten zu lassen!

Am 10.03.2000 fuhr ich mit meinem Fahrrad zur Einkaufspassage meines damaligen Wohnortes, um eine redliche Aktion zu starten: Mein Plan war, dass ich jedem, den ich dabei erwische, wie er mit einem Handsprechtelefon telefoniert, selbiges aus der Hand reiße. Erst hatte ich die Überlegung, ob ich nicht vorher mit den bösartigen Menschen reden solle, um sie zum Abbruch des Telefonates zu überreden. Aber diese Idee verwarf ich, da man, wie ich meinte, mit bösartigen Menschen nicht diskutieren kann. Deshalb blieb meine redliche Devise: Direkt handeln!

Nun stand ich also da, in der Einkaufspassage, und ich musste nicht lange warten, bis ich einen bösartigen Menschen mit einem Handsprechtelefon sah. Ich sprintete nach vorn, entriss seinen Händen den Apparat und rannte schnell weg. Der Mann, so um die 35 Jahre alt, rannte mir nach! Da er jünger als ich war, lief er auch schneller. Der Missetäter fasste mich unwirsch am Kragen und brüllte:

„Du Arsch, her mit meinem Telefon!“

Genau in diesem Moment kamen zwei Polizisten um die Ecke, und ich war froh, als ich sie sah. Ich rief verzweifelt: „Hilfe, ich werde von diesem Flegel belästigt!“

Die beiden Wachmeister eilten herbei, trennten den Streithahn von mir. Anschließend fragten sie uns, was denn los sei.

Der Mann, dem ich ordnungsgemäß das Handtelefon beschlagnahmt hatte, meinte, dass ich versucht hätte, sein „Handy“ zu „klauen“. Die Polizisten fragten mich, ob das denn stimmen würde. Ich erwiderte, dass ich das Handtelefon nicht „klauen“ wollte, sondern aus redlichen Gründen konfisziert habe, um die Menschheit vor einer Gefahr zu retten.

„Welche Gefahr?“,  fragte der jüngere der Polizisten. Er wirkte etwas ratlos.

„Handsprechtelefone verbreiten eine Strahlung, die nicht gut für die Menschen sind“, antwortete ich.

Ich wurde aber seltsamerweise aufgefordert, dem Mann das Telefon zurückzugeben, denn ich könne nicht einfach über das Eigentum andere Menschen entscheiden. Nochmals betonte ich, dass es ja kein „Klauen“ gewesen sei, sondern lediglich Selbstverteidigung vor den bösen Strahlen. Die Beamten schienen das amüsant zu finden, denn sie lachten und schüttelten (beinahe mitleidig) die Köpfe.

„Wieder so ein Vogel“,  sagte der ältere von den beiden. Und bevor ich mich versah, packten mich die beiden und nahmen mich mit zur nahe gelegenen Polizeiwache.

Mein Vormund holte mich zwei Stunden später aus der Arrestzelle ab.  Zuerst verstand ich nicht, wieso man mich und nicht den aggressiven „Handy“-Besitzer eingesperrt hatte, kam dann aber zu dem Schluss, dass es vielleicht doch der bessere Weg sei, die Menschen stets freundlich und sachlich darauf hinzuweisen, dass sogenannte „Handys“ (neuerdings sagt man wohl auch „Smartphone“ zu diesen unnützen Geräten) gefährliche Strahlen aussenden. Seitdem versuchte ich meinen Willen ausschließlich mithilfe von Argumenten durchzusetzen – nur in einem Gespräch kann man Menschen überzeugen!

Read Full Post »

angelverbot

Wer Fischlein tötet, nur weil er dies als „entspannend“ empfindet, ist unredlich und außerdem seelisch krank!

Liebe redliche Mitmenschen,

heute möchte ich Ihnen von einem Abenteuer berichten, welches ich vor rund 14 Jahren erlebte und an das ich oft und gern zurückdenke. Solch aufregende Dinge wären heutzutage nichts mehr für mich, da ich einfach nicht mehr sportlich genug bin … und natürlich auch viel zu ernsthaft.

Anfang Juli 2000, als ich mit meinem Nachbar Herrn Appel an einem Fluss spazieren ging, sahen wir dort einen Angler sitzen. Mir kam sofort in den Sinn, dass Angeln kein redlicher Sport ist, da hier unschuldigen Fischlein das Leben genommen wird. Daher entschloss ich mich zu einer Spontanaktion. Ich forderte meinen redlichen Nachbarn auf, Steine ins Wasser zu werfen, um die Fische zu warnen und zur Flucht zu bewegen. Ich versteckte mich hinter einem Gebüsch und hörte deutlich, wie die Steinchen ins Wasser platschten. Der Angler wurde auch gleich aufmerksam. Er legte seine Angel neben sich, stand von seinem Stuhl auf und beschimpfte den mutigen Herrn Appel: er solle damit aufhören, Steine ins Wasser zu werfen. Natürlich hörte er nicht damit auf.

Der Angler ging mit geballten Fäusten auf Herrn Appel zu. In diesem Moment sprang ich aus meinem Versteck, rannte zur Angel und warf diese ins Wasser. Den Eimer, der danebenstand, und der Klappstuhl des Anglers landeten ebenfalls im Fluss. Der bösartige Tierquäler war daraufhin völlig irritiert, und Herr Appel und ich nutzten den günstigen Augenblick, um schnell wegzulaufen.

So konnten wir einigen Fischlein das Leben retten. Es war ein schöner Tag!

Mit redlichen Grüßen
Ihr Johannes Kaplan

Read Full Post »

blasende_frauen

Wer ein redliches Instrument beherrscht, braucht sich dessen nicht zu schämen!

Am Busbahnhof, in der Nähe des Einkaufszentrums, hatte ich ein Erlebnis, welches mich verwirrte. Dort stehen immer Jugendliche herum, und ohne es zu wollen, bekam ich das Folgende mit. Ein Bursche stieß einen anderen Burschen mit dem Ellenbogen an, dann sagte er zu ihm:

Hey, Alter, guck dir die mal die Schnecke da drüben an! Die kann bestimmt gut blasen.

Während er das sagte, zeigte er auf eine junge Frau, die gerade aus dem Einkaufszentrum gekommen war. Natürlich fand ich es nicht korrekt, dass der Bursche die junge Dame so respektlos als „Schnecke“ tituliert hatte (ein Mensch ist schließlich kein Tier!), aber dennoch war mein Interesse geweckt.

Denn wer gut blasen kann, der beherrscht meist gleich mehrere Blasinstrumente: Klarinette, Querflöte, die große Tuba oder sogar Mundharmonika!

Da es doch schön wäre, wenn ein junger Mensch bei uns im Altenheim ab und zu auf seinem Instrument vorspielen würde – zum Beispiel, während wir Insassen im Gemeinschaftsraum gerade Kamillentee trinken und Vollkornkuchen essen -, ging ich zu der jungen Frau hin.

Ich begrüßte sie freundlich und fragte, welches Instrument sie redlich spielen würde. Sie war etwas überrascht, dass ich sie ansprach … und zu meiner Verwunderung erwiderte sie, dass sie überhaupt kein Instrument beherrsche. Sie besäße lediglich einen „MP3-Player“.

Ich meinte darauf, dass dies nicht sein könne, sie wäre doch bekannt dafür, dass sie gut blasen könne. Alle jungen Männer in der gesamten Umgebung wüssten darüber Bescheid. Daraufhin wurde die junge Dame bösartig und meinte zu mir, dass ich ein „Penner“ sei und abhauen solle.

Diese Reaktion des jungen Fräuleins ist und bleibt mir ein Rätsel. Andere Menschen wären froh, wenn sie Musizieren könnten und damit sogar eine gewisse Berühmtheit erlangt hätten.

Read Full Post »