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Explodierendes Tablet, Samsung, Akku

Herr Göllners nagelneues Tablet ist wegen Überhitzung nicht mehr betriebsbereit

Zunächst zur Beruhigung: Mir und den anderen Bewohnern des Alten- und Pflegeheims geht es recht gut. Und das, obwohl es in der Silvesternacht einen regelrechten Terroranschlag auf unsere Einrichtung gab.

Als es auf die Mitternachtsstunde zuging, herrschte im Aufenthaltsraum eine verständliche Vorfreude. Jeder hatte sich ein besonderes Getränk aussuchen dürfen: Sprudelwasser mit Himbeer- oder mit Waldmeistersirup. Ich hatte Waldmeister gewählt.

Wie sämtliche Heimbewohner hielt ich eine „Wunderkerze“ in den Händen, die ich Punkt Mitternacht anzuzünden gedachte, um so das neue Jahr zu begrüßen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Der verruchte Herr Göllner und sein nicht minder charakterloser Neffe hatten sich nämlich längst aus dem Haus geschlichen. Während wir anderen feierlich die Sekunden rückwärts zählten …5, …4…, 3… – da blitzte und donnerte es plötzlich von außen durch die Panoramascheiben. Das Glas vibrierte regelrecht!

Göllner hatte sich – entgegen der Heimregeln – Feuerwerkskörper besorgt und diese angezündet! Eine komplette „Raketenbatterie“ ging hoch; gleichzeitig warf Göllners Neffe gefährliche „Polenböller“ ins Rosenbeet, in den Karpfenteich, ins Bio-WC und sonst wohin. Der Krach ließ uns fast taub werden.

Oma in voller Panik

Angst und Panik wegen Silvesterlärm!

Ich fiel überrascht in meinen Sessel zurück und leerte mein Waldmeistergetränk ohne Abzusetzen. Das Personal eilte umher und verteilte frischen Kamillentee, damit sich die Heimbewohner beruhigen konnten. Anschließend mussten wir alle hinaus an die kalte Luft, um den Dreck wegzumachen, den Göllners „Feuerwerk“ hinterlassen hatte. Diese abgebrannten Silvesterknaller riechen nach faulen Eiern, müssen Sie wissen, und so waren wir froh, als wir um 1 Uhr früh endlich alle ins Bett durften.

Am nächsten Morgen dann, beim Frühstück, saß Göllner allein an seinem Tisch und grinste über das ganze Gesicht. Er prahlte von einem „gelungenen“ Feuerwerk, für das wir dankbar zu sein hätten. Erwähnte ich schon, dass ich in der Nacht zuvor einen „Blindgänger“ entdeckt und eingesteckt hatte? Jetzt, beim Frühstück, trug ich diesen „Polenböller“ immer noch bei mir. In weiser Voraussicht, wie sich herausstellen sollte…

Göllner machte sich nun mit seinem Samsung-„Tablet“ wichtig, das er zum Weihnachtsfest von seiner Sippe geschenkt bekommen hatte. Das Ding verfügt über ein „tsunamischnelles“ Internetz, sagt er immer. Trotzdem sprang er unvermittelt auf, um zum Heimrechner hinüberzugehen, der ja eigentlich für jene Heimbewohner da ist, die sonst keinen Zugang zum Internetz haben.

Göllner macht es offensichtlich Spaß, den Heimrechner zu blockieren, so dass kein anderer das Gerät benutzen kann. Er öffnete das „E-Mail“-Programm und begann umständlich, irgendwelchen Unsinn einzutippen. In mir entstand ein verwegener Plan, und als ich die zustimmenden Blicke der anderen Heimbewohner sah, wusste ich, dass ich ihn umsetzen sollte. Schnell zog ich den „Polenböller“ hervor und schlich mich rüber zu Göllners verlassenem Frühstückstisch. Sein „Tablet“ hatte er unbeaufsichtigt dort liegengelassen.

Auch auf seinem Tisch stand eine flackernde Kerze. Ich zündete an der Flamme die Zündschnur des „Polenböllers“ an und legte das Ding geschwind unter Göllners „Tablet“.

Nichts wie zurück zu meinem Tisch! Dort hielt ich mir die Ohren zu. Der Knall war unbeschreiblich! Das elektrische Tablett flog im hohen Bogen vom Tisch und landete brennend auf dem Boden, überall breiteten sich Qualm und beißender Gestank aus. Wir Bewohner verließen laut lachend den Aufenthaltsraum. Wir wurden vom Pflegepersonal auf unsere Zimmer geschickt und jeder bekam zwei Tage Stubenarrest aufgebrummt.

Oberschwester Olga führte später eine halbherzige Untersuchung durch. Als sie mich nach den Vorkommnissen fragte, erwiderte ich: „Die Gesetze sind heutzutage viel zu weich, früher hätte man diesen Herrn Göllner für ein paar Jahre hinter Gitter gesteckt“.

Damit war das Thema dann erledigt. Seit gestern dürfen wir Bewohner wieder an den Heimrechner. Deshalb konnte ich Ihnen, meine redlichen Freunde und Freundinnen, auch diesen schönen Blogbeitrag schreiben.

Ausgelassene Silvesterfeier mit Senioren

Hoffentlich ist es uns Senioren am 31.12.2017 vergönnt, einen besinnlichen Silvesterabend zu begehen!

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