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Senioren mit Telefonen und Handtelefonen (Handys)

Redliche Senioren sorgen zukünftig dafür, dass Jugendliche keine unsinnigen „Handy“-Telefonate mehr führen!

Der „Handy“-Missbrauch durch Jugendliche, liebe Leserinnen, liebe Leser, nimmt ständig zu. Neulich beobachtete ich im Stadtpark zwei Mädchen und zwei Buben, die so um die 16 Jahre alt gewesen sein mochten und die sich vor einer Parkbank versammelt hatten. Dort ruhte ein alter, grauhaariger Herr, wobei er den Mund weit geöffnet hatte und laut schnarchte.

Zunächst befürchtete ich, die Bande wolle den arglosen Rentner bestehlen, doch es geschah etwas anderes. Die jungen Menschen grölten und lachten, dann zogen sie ihre Handtelefone hervor. Unter weiterem Gejohle hielten sie die unredlichen Geräte vor den Mund ihres Opfers, und erst in diesem Moment wurde mir klar, was sie trieben.

Sie machten fotografische Aufnahmen! Man muss nämlich wissen, dass viele „Handys“ nicht nur zum Telefonieren taugen, sondern auch andere Funktionen anbieten. Die Geräte lassen sich als Notizbuch nutzen, man kann alberne Kinderspiele darauf spielen – und Lichtbilder anfertigen!

Jugendterror gegen alte Menschen

Alte Herren im Park laufen Gefahr, von unredlichen Jugendlichen mit einem „Handy“ fotografiert zu werden.

Schnellen Schrittes ging ich auf die Horde zu, doch die jungen Leute hatten das Interesse an dem alten Mann verloren. Sich gegenseitig die soeben gemachten Lichtbilder zeigend gingen sie davon, dabei ohne Unterlass kichernd. Der alte Herr hatte von alledem nichts mitbekommen, er schlief friedlich weiter. Ich glaube, dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass neumodischen Handtelefone nicht unkontrolliert an Jugendliche abgegeben werden dürfen. Ebenso wie es ein Waffengesetzt gibt muss auch ein „Handy“-Gesetz her!

Alte Menschen, die in Seniorenresidenzen oder in Pflegeheimen leben, haben häufig keine sinnvolle Aufgabe. Der Alltag ist ohne Abwechslung, die Zeit fließt ungenutzt dahin. Für uns Ältere wäre es daher kein Umstand, bei der „Verordnung zur Nutzung und Weitergabe von Handtelefonen“ (so könnte sich die neue Regelung nennen) mitzuwirken.

Jugend-Untersuchung

Die Polizei wird bald das Recht bekommen, Jugendliche jederzeit nach illegalen „Handys“ zu durchsuchen!

Zunächst einmal müsste die Polizei allen Personen unter 35 Jahren die Handtelefone abnehmen. Als Ersatz bekommen die Betroffenen alte, gebrauchte „Handys“ aus den 1990-er Jahren, die ruhig zerkratzt oder ein wenig defekt sein können. Diese Fernsprechgeräte werden vorab dergestalt umgebaut, dass man nicht mehr direkt damit telefonieren kann. Man wird zunächst mit einer verantwortungsvollen Person verbunden, die dann entscheidet, ob das vom jeweiligen Jugendlichen gewünschte Gespräch freigeschaltet wird.

Und hier kommen wir älteren, redlichen Menschen zum Zuge. Jeder Bürger, der mindestens 55 Jahre alt ist und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen kann, darf sich zur Verfügung stellen – er wird dann ehrenamtlicher „Handtelefon-Kontrolleur“. Dieser Handtelefon-Kontrolleur erhält von der Regierung ein  kostenloses, hochmodernes „Handy“, welches er auch privat unbegrenzt und gratis nutzen kann.

Hauptsächlich hat er jedoch mit diesem Apparat eine Gruppe von ca. 10 Jugendlichen zu betreuen. Egal welche Fernsprechnummer Jugendliche anwählen, sie landen zunächst bei dem für sie zuständigen Handtelefon-Kontrolleur. Selbiger hat an seinem Telefon ein „In-Ordnung“-Knopf, mit welchem er das gewünschte Gespräch eventuell erlauben kann.

Bei ihrer Bittstellung müssen die Jugendlichen folgende Angaben machen:

– Name und Anschrift der Person, die sie anrufen wollen

– Verhältnis, das zu dieser Person besteht (Verwandter, Bekannter, Bewährungshelfer, Schulkamerad, usw.)

– Sinn und Zweck des Anrufs

– Beabsichtigte Dauer des Anrufs

Handy Deppen

Der Versuch ein „Handy“ zu benutzen muss für Jugendliche zum Spießrutenlauf werden!

Der Handtelefon-Kontrolleur ist befugt, frei zu entscheiden, ob der Jugendliche telefonieren darf oder nicht. Das kann er beispielsweise aufgrund seiner Tagesverfassung (umgangssprachlich: „Laune“) tun, denn eine Begründung ist nicht nötig. Jugendliche haben schließlich nichts zu verlangen! In der Regel ist jedoch jeder Antrag abzulehnen, da „Handys“ nur den Zweck haben können, in einem wirklichen Notfall die Polizei oder die Feuerwehr zu rufen.

Damit die jungen Menschen es nicht zu bunt treiben, müssen sie ihrem Handtelefon-Kontrolleur für jede Anfrage (ob diese genehmigt wurde oder nicht) eine Gebühr von 2, 75 EUR überweisen.

Ich denke, eine Regelung in dieser Form ist gerecht und in aller Interesse.

Mit redlichen Grüßen
Ihr Johannes Kaplan

Hochmoderner Grossrechner

Moderne Großrechner sorgen dafür, dass jeder Jugendliche einem redlichen Handtelefon-Kontrolleur zugeordnet wird.

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