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Goellner-Tablett

Herr Göllner ist sehr stolz auf sein unredliches Elektro-Tablett!

Seit Monaten hat Herr Göllner (die bösartigste Person hier im Alten- und Pflegeheim!) ein elektronisches Tablett; dieses Gerät verfügt über eine eingebaute Internetzverbindung, denn Herr Göllner hat mein Weltpresse-Blog entdeckt und alle Artikel gelesen, die ich pflichtgemäß über ihn verfasst habe.

Als Göllner mir neulich im Garten begegnete, fragte er unwirsch, was ich denn für Lügen über ihn verbreiten täte. Es reiche doch bereits, dass ich die Leute hier im Heim nerven würde. Er fühlte sich an diesem Tag wohl besonders stark, weil sein dreizehnjähriger Urenkel zu Besuch war und neben ihm auf der Parkbank lümmelte. Dieser kleine Lausebengel sagte doch tatsächlich zu mir: „Ey, du Zombie, du siehst ja noch blöder aus als auf den Bildern!“

film-zombie

Im Garten des Pflegeheims wurde ich mit solch einer widerlichen Filmfigur („Zombie“) verglichen!

Beide lachten mich aus. Empört lief ich ins Haupthaus zurück. Auf meinem Zimmer bereitete ich mir einen Kamillentee zu, denn ich mich musste mich erst einmal beruhigen. Also, diese Göllners, die kann man nur als Brut des Bösen bezeichnen!! Ich kam auf die Idee, dass alle Mitbewohner erfahren sollten, wie gehässig Herr Göllner ist. Es ist ja auch meine Bürgerpflicht, die Allgemeinheit vor einer derartigen Gefahr zu warnen. Also riss ich das Laken und von meinem Bett, holte einen dicken Filzstift aus der Schublade und schrieb ganz groß auf den Stoff:

Herr Göllner ist bösartig und geisteskrank! Meiden Sie ihn bitte!

Das Laken befestigte ich anschließend am Fensterbrett, so dass jeder die Aufschrift lesen konnte, der sich im Freien aufhielt. Bald entdeckte Herr Göllner das Laken, zumal ich auch den Filzstift in seine Richtung geworfen hatte.

pflegebett

Ohne Zögern riss ich das Bettlaken von meiner Schlafstätte!

„Kaplan, mach sofort diesen Unsinn weg! Sonst rufe ich die Polizei!“, rief Göllner mit krächzender Stimme, während er sich unten vor meinem Fenster aufbaute. Sein Urenkel begann gleichzeitig, mit einem „Smartphone“ Lichtbilder von mir und dem Laken zu knipsen. Ich winkte den beiden Teufeln zu, hüpfte auf der Stelle und vollführte einen Freudentanz am Fenster. Sogleich wurde mir davon ganz duselig. Ich musste mich setzen.

Minuten später wurde laut und ungeduldig gegen meine Zimmertür geklopft. Natürlich war es Oberschwester Olga: „Johannes, du nun wieder!“ Ohne zu fragen kam sie rein, ging zum Fenster und nahm das Bettlaken ab. Ich solle derartiges unterlassen, sonst dürfe ich nicht mehr runter in den Aufenthaltsraum. Ich bekam einen Schreck, denn da unten steht der Heimrechner: die einzige Möglichkeit für mich, ins Internetz zu gelangen. So eine Ungerechtigkeit! Ich regte mich so darüber auf, dass ich mich zu Boden warf, mich wild herumwälzte, um mich schlug und dabei „Nein, nein, nein!“ schrie.

„Johannes, jetzt reicht es aber!“ Oberschwester Olga ist Russin und deshalb viel stärker als jeder deutsche Mann. Sie hob mich einfach hoch und legte mich aufs Bett. Dann drückte sie mir drei Diazepam-Tabletten (je 50 mg) in die zittrigen Hände, welche ich bereitwillig mit Kamillentee runterschluckte. Nach einigen Sekunden wurde ich ruhiger …. und auch recht müde.

„Wenn du versprichst, den Herrn Göllner nicht mehr zu ärgern, dann bekommst du morgen die doppelte Portion Kompost zum Nachtisch!“ Oberschwester Olga schlug nun also einen freundlicheren Ton an!

Ich gab mich geschlagen, schließlich bin ich ja ein redlicher Mensch. Trotzdem guckte ich noch ganz schön frech vor mich hin. Oberschwester Olga lächelte seltsam. Sie fragte, ob ich ihr nicht ein Autogramm geben könne, denn ich sei im Internetz ja ein richtiger „Star“. Sie wolle das Autogramm nach Sibirien schicken, ihre Familie würde sich gewiss darüber freuen.

Natürlich wusste ich längst, dass ich auch international so beliebt bin! Ich holte ein Stück Papier hervor und beschrieb es mit einem Kugelschreiber – den Filzstift hatte ich ja versehentlich aus dem Fenster geworfen. Während Oberschwester Olga die Tür hinter sich schloss, hörte ich sie noch sagen: „Na, dann bis zum nächsten Mal, Johannes!“ – „Nun“, erwiderte ich schwach, „vielleicht werde ich morgen im Aufenthaltsraum einen kleinen Vortrag über die Redlichkeit halten!“

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